Über Stock und Steine
Schrobenhausen/Aresing (SZ) „Wir haben’s gepackt!“: Hannes Schleeh und Markus Mader traten als Zweierteam in der Altersgruppe der Master beim wohl härtesten Mountainbike-Etappenrennen der Welt quer über den Alpenhauptkamm an – der Craft Bike Transalp.
Der Muskelkater ist vorbei, die müden Glieder wieder erholt. Ins Schwelgen geraten der Schrobenhausener Fliesenlegermeister Markus Mader und sein Sportsfreund Hannes Schleeh, seines Zeichens Coach und Hypnotherapeut, beim Durchblättern der Fotogalerie einer grandiosen Woche auf ihren Mountainbikes immer noch.

Team Iwisch im Ziel in Riva del Garda
Als Team Iwisch gingen sie das sportliche Projekt an. „Iwisch kommt aus dem Bayerischen und steht für hinauf“, erklärt Mader. Der Name ist Programm: 670 Kilometer und 21 500 Höhenmeter auf acht Etappen über 20 Alpenpässe galt es zu bezwingen auf der Strecke von Mittenwald zum Gardasee. Bei brütender Hitze, bei Regen und sogar bei Schneefall ging es bergauf und bergab quer über die Alpen.
Zigarre im Ziel
Der Trainingsaufwand war enorm. Und auch finanziell wäre, statt der berappten Startgebühren und sonstigen Kosten, ein gepflegter Familienurlaub für beide rausgesprungen. Dennoch wollten sich die Endvierziger beweisen, dass sie es drauf haben, konditionell mit der Weltspitze in der Mountainbikearena mitzuhalten. Bei der ersten gemeinsamen Teilnahme im vergangenen Jahr musste Mader verletzungsbedingt kapitulieren. Deshalb heuer das gesteckte Minimalziel: „gemeinsam ankommen“, so Schleeh.
Immer für einen Spaß zu haben, sind die beiden Mountainbikefreaks. Wohl wissend, dass sie ganz vorn in der Spitze nicht mitmischen können, gönnten sich die beiden bei jedem der acht Etappenziele den Gag, mit der Zigarre im Mundwinkel einzufahren. Blieb der daumendicke Glimmstängel bei den bekennenden Nichtrauchern bis fast zum Schluss noch sicher verwahrt in einer transparenten Kunststoffhülle, wurde beim Zieleinlauf in Riva del Garda die Zigarre gezündet, ehe die Ziellinie passiert wurde.
Das Bild des Zieleinlaufs spricht Bände: Schmauchend, abgekämpft und von oben bis unten voller Dreck, aber glücklich sind Schleeh und Mader nach 55 Stunden eingefahren – genau genommen waren es 55 Stunden 15 Minuten und exakt 39.6 Sekunden. Wer will es schon so genau wissen? Wichtig scheint zu sein, es einfach geschafft zu haben, eben gemeinsam – wie geplant – und obendrein verletzungsfrei.
Einzigartige Erfahrung
„Wer zu schnell fährt, den holt der Hubschrauber“, so die Parole des Schrobenhausener Iwisch-Teams. Auf den häufig nassen und glitschigen Pfaden stürzte schon der eine oder andere. Nicht immer glimpflich.
In ihrer Altersklasse waren sie am Ende 138., im Gesamtklassement 414. Wen stört es schon, dass das junge Schweizer Team Stöckli mit ihrer Gesamtzeit von 27 Stunden zwei Minuten nur halb so lange brauchte? Die einzigartige Erfahrung, mit 550 anderen Zweierteams aus 37 Ländern zu sein, zählt. Vom Amateur bis zum Weltklasseprofi, egal ob aus Costa Rica, Namibia, Israel, Australien oder eben dem oberbayerischen Schrobenhausen.
„Schade, dass es vorbei ist“, so Schleehs erster Gedanke, als er die Ziellinie nach acht langen Tagen im Sattel überfuhr. Auch wenn das ganze Rennen in Summe eine „Riesenviecherei“ war, blieben doch die ungemein starken Eindrücke einer kolossalen Landschaft, den interessanten Begegnungen und dem Stolz es geschafft zu haben.
Von Tanja Staimer
Hier der Link zum Artikel: Donaukurier
Vielen Dank an Tanja für den tollen Bericht



schleeh.de
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